Tinke Schmidt alias Tineke Faber im Hafen von Fedderwardersiel: Ihr erster Roman „Butjenter Erben“ spielt in Butjadingen.
Foto: Jens Milde

„Ihr Butjenter seid wirklich ein verrücktes Volk."
Mit dieser Feststellung endet Tineke Fabers Schmunzel-Krimi um einen Mord in Burhave. Ihr Roman-Debüt ist auch eine Liebeserklärung an Butjadingen.

Nordwest Zeitung, Jens Milde
29.11.2024, 13:16 Uhr
 

Butjadingen - Der Edeka-Markt in Burhave, die Fleischerei Gutmann, Schreibwaren Blohm – die Schauplätze, die Tineke Faber für ihren Krimi ausgewählt hat, sind real. Die Personen sind fiktiv – und die Geschichte ist es auch. Zum Glück. Schließlich geht es um einen Mord. Tineke Faber hat ihren ersten Roman veröffentlicht. Er heißt „Butjenter Erben“ und spielt – na klar – in Butjadingen.
Verliebt inButjadingen
Tineke Faber heißt im wahren Leben Tinke Schmidt. Sie wohnt mit ihrem Mann in der Gemeinde Ganderkesee. Dort betreiben sie das Gästehaus Villa Hohenböken. Geschrieben hat die 58-Jährige, die auch als psychologische Beraterin tätig ist, schon immer gerne. Vor anderthalb Jahren hat sie angefangen, an ihrem ersten Roman zu arbeiten. Dass er in Butjadingen spielt, ist kein Zufall. In Fedderwardersiel hat Tinke Schmidt seit zwei Jahren ihren zweiten Wohnsitz. Wann immer es geht, macht sie dort Urlaub. „Ich habe mich verliebt in Butjadingen“, schwärmt die Autorin. Vor allem die Menschen haben es ihr angetan. Auf jeden Fall ist Butjadingen für Tinke Schmidt die große Inspirationsquelle für ihren ersten Roman gewesen.
„Butjenter Erben“ ist ein Krimi zum Schmunzeln mit ganz viel Lokalkolorit. Dass es sich um leicht verdauliche Lektüre handelt, macht schon das Buchcover deutlich. Gestaltet hat es Robert Gurthart aus Golzwarden. Die Orte in der Geschichte sind überwiegend authentisch: Zentrum ist Burhave. Aber auch Tossens, Eckwarden, Stollhamm und Fedderwardersiel kommen darin vor – und jenes Burhafe im Landkreis Witmund, das mit „f“ geschrieben wird. Dieser feine Unterschied spielt gerade zu Beginn des Krimis eine nicht unwesentliche Rolle.
Butjadinger„Knochenbrecher“
Im Mittelpunkt der Geschichte steht Fee Schnabelkuss. Sie hat von einer entfernten Verwandten ein Haus in Burhave (mit „v“) geerbt. Dort bereiten ihr die Nachbarn einen Empfang der etwas anderen Art. Kaum ist Fee angekommen, entdeckt sie auf dem Nachbargrundstück eine Leiche. Es handelt sich um den Sohn eines alten „Knochenbrechers“. So wurden früher die Menschen genannt, die mit geschickten Griffen eine ausgekugelte Schulter einrenken konnten. Die Knochenbrecher-Zunft spielt eine wichtige Rolle in der Geschichte von Tinke Schmidt. Lange bevor sich die ersten Ärzte in Butjadingen niederließen, waren sie die ersten, die bei Beschwerden helfen konnten.
Tinke Schmidt hat viel Zeit in die Recherche gesteckt. Sogar den Gezeitenkalender hat sie studiert, damit keine Unstimmigkeiten entstehen. Außerdem hat sie sich mit der Geschichte der Familie Lübben beschäftigt. Der Dorfpolizist in ihrem Krimi heißt Onke Lübben. Er sieht sich als direkten Nachfahren des ersten Häuptlings von Butjadingen. Was aber nichts daran ändert, dass seine Ermittlungen ins Leere laufen. So muss Fee Schnabelkuss selbst tätig werden. Ob die Hobby-Kommissarin Erfolg hat, erfährt der Leser auf gut 300 Seiten.
ButjadingerUrtümlichkeit
Butjadingen schätzt Tinke Schmidt vor allem deshalb, weil sich die Gemeinde weitgehend ihre Urtümlichkeit bewahrt habe. „Wer ans Wasser will, kommt auch ans Wasser, ohne eine Schranke passieren oder Eintritt bezahlen zu müssen.“ Das sei in Ostfriesland, dort wo ein großer Teil ihrer Familie lebt, anders. Auch die Menschen in Butjadingen sind für die Autorin ganz besonders. Das sieht auch die Protagonistin in ihrem Roman so. Sie schließt mit der Feststellung: „Ihr Butjenter seid wirklich ein verrücktes Volk.“
Tinke Schmidt arbeitet bereits an einer Fortsetzung. Das Buch wird „Butjenter Blut“ heißen. „Ich habe noch ein gutes Dutzend weiterer Ideen für Krimis in Butjadingen“, sagt die Autorin. Wer auf Krimi-Lektüre mit Lokalkolorit steht, darf also gespannt sein.
„Butjenter Erben“ ist im stationären und im Online-Buchhandel für 13,99 Euro erhältlich. Tinke Schmidt alias Tineke Faber hat ihren ersten Roman im Selbstverlag über „Books on Demand“ herausgebracht.

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